Das Jüdisch-Politische Lehrhaus lädt im Herbst 2026 zu drei Veranstaltungen ein, die sich mit dem Verhältnis von Judentum und Demokratie auseinandersetzen. Im Mittelpunkt stehen jüdische Beiträge zur demokratischen Kultur, Fragen des politischen Selbstverständnisses sowie die Bedeutung jüdischer Positionen für aktuelle gesellschaftliche Debatten.
„Wir sind zutiefst demokratisch“ – Frankfurter jüdisch-politische Identität
Montag, 7. September 2026, 19:00 Uhr
Wie prägt demokratisches Denken das jüdische Selbstverständnis in Frankfurt – historisch und in der Gegenwart? Und welchen Beitrag kann dieses Selbstverständnis angesichts von Wahlerfolgen der AfD und antisemitischen Bekundungen zum Erhalt der Demokratie leisten?
Darüber diskutiert Rabbinerin Elisa Klapheck mit Marc Grünbaum, Vorsitzender und Kulturdezernent der Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main. Im Zentrum des Gesprächs steht die Frage nach dem demokratischen Fundament heutiger jüdisch-politischer Identität in Frankfurt.
Demokratische Bildung, jüdische Werte und humanistisches Ethos – Zum Jahrzeit von Micha Brumlik sel. A.
Dienstag, 10. November 2026, 19:00 Uhr
Ein Jahr nach dem Tod von Micha Brumlik (1947–2015) widmet sich das Jüdisch-Politische Lehrhaus dem geistigen Erbe des jüdisch-politischen Philosophen und Erziehungswissenschaftlers. Seine Schriften, Positionen und ihre Bedeutung für die Gegenwart stehen im Mittelpunkt des Abends.
Prof. Dr. Liliana Feierstein (Berlin) und Rabbinerin Prof. Dr. Elisa Klapheck (Frankfurt am Main), beide Schülerinnen Brumliks, diskutieren über sein Denken und die Frage, welche Impulse daraus für demokratische Bildung, jüdische Werte und ein humanistisches Ethos hervorgehen.
Der Wille zur Freiheit – Jüdische Positionen zum geplanten Haus der Demokratie
Montag, 14. Dezember 2026, 19:00 Uhr
Welche Rolle spielen jüdische Beiträge in der deutschen Demokratiegeschichte – und wie können sie Teil eines gemeinsamen demokratischen Selbstverständnisses sein?
Abraham de Wolf, Sprecher des Arbeitskreises jüdischer Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten, stellt jüdische Positionen aus seinem Papier „Der Wille zur Freiheit“ für das geplante Haus der Demokratie in Frankfurt vor. Dabei geht es auch um die Frage, wie jüdische Beiträge zur Demokratie jenseits einer auf die jüdische Minderheit gerichteten Toleranzpolitik als selbstverständlicher Bestandteil der allgemeinen demokratischen Geschichte und Gegenwart verstanden werden können.
- Alle drei Veranstaltungen finden im Gewölbekeller „Goldener Apfel“, An der Staufenmauer 11, 60311 Frankfurt am Main, statt (nächstgelegene Tram-, Bus- und U-Bahn-Haltestelle ist Konstablerwache)
- Der Eintritt ist kostenlos
- Um Anmeldung per E-Mail an veranstaltungen.jmf@stadt-frankfurt.de wird gebeten
