Neue Gedenkstele erinnert an das Israelitische Waisenhaus am Röderbergweg

Am 17. November um 11 Uhr wird am Röderbergweg in Frankfurt eine Gedenkstele zur Erinnerung an das ehemalige Israelitische Waisenhaus und das Schicksal seiner Bewohnerinnen und Bewohner feierlich enthüllt.

Von 1903 bis 1942 befand sich am Röderbergweg ein Israelitisches Waisenhaus, das zahlreichen jüdischen Kindern aus Frankfurt und der Umgebung ein Zuhause bot. Unter der Leitung von Rosa und Isidor Marx gelang es, viele der Kinder durch die Organisation rettender Transporte ins Ausland vor der nationalsozialistischen Verfolgung zu bewahren. Andere wurden deportiert und ermordet. Auch Rosa Marx, die bis zuletzt an der Seite der Kinder blieb, wurde Opfer der nationalsozialistischen Verbrechen.

Das Gebäude wurde nach dem Krieg abgerissen. Bis heute erinnert am historischen Standort nichts an die Geschichte des Waisenhauses. Eine neue Gedenkstele soll dies nun ändern. Die Initiative geht maßgeblich auf den Zeitzeugen Naftali Stern zurück, der selbst im Waisenhaus gelebt hatte und mit einem Kindertransport nach Israel entkommen konnte. Stern verstarb Ende 2024 und kann die Enthüllung nicht mehr miterleben.

Die vom Künstler Alex Palkovich gestaltete Stele wurde in Israel gefertigt und inzwischen am Röderbergweg aufgestellt. Bei der feierlichen Enthüllung sprechen unter anderem Stadtverordnetenvorsteherin Claudia Korenke, Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig, der Künstler Alex Palkovich, Sharon Karniel von der Initiative Commemoration Project Jewish Orphanage Röderbergweg 87 sowie Rabbiner Andrew Steiman.

  • Die öffentliche Einweihung findet am Dienstag, 17. November 2026, um 11 Uhr im Außengelände am Röderbergweg, nahe der heutigen Hausnummer 91, statt.
  • Interessierte sind eingeladen, an der Gedenkveranstaltung teilzunehmen.