Jüdische Filmtage Frankfurt 2026: 18.10. – 01.11.2026
Die letzten drei Tage unseres Festivals stehen bevor – und sie halten noch einmal jede Menge filmische Entdeckungen, bewegende Geschichten und besondere Begegnungen bereit. Ob lang erwartete Highlights, außergewöhnliche Perspektiven oder Filme, die noch lange nachwirken: Jetzt ist die Zeit, das Festival in vollen Zügen zu genießen.
Die letzten Filmvorführungen führen in unterschiedliche Lebenswelten und historische Zusammenhänge: All I Had Was Nothingness (29.10.), The Polish Women (29.10.), Unraveling UNRWA (29.10.), 31 Candles (31.10.), The Wedding Entertainer: The Tale of Moishe Badhan (31.10.) und das große Finale mit einer exklusiven Preview von Block 10 (01.11) eröffnen vielfältige Perspektiven auf jüdische Geschichte und Gegenwart, auf persönliche Schicksale, kulturelle Identität und gesellschaftliche Fragen.
Die Filme laden noch einmal dazu ein, genauer hinzusehen, zuzuhören und auch über den Kinosaal hinaus im Gespräch zu bleiben. Sie erzählen von Erfahrungen, die nicht in einfachen Antworten aufgehen, und machen sichtbar, wie wichtig es ist, Geschichten zu bewahren, Perspektiven kennenzulernen und feiern jüdische Gegenwart und Lebensfreude.
Nutzen Sie die letzten Festivaltage, um noch einmal gemeinsam Kino zu erleben – neugierig, offen und im Austausch mit anderen. Ob Sie bereits Veranstaltungen besucht haben oder die Jüdischen Filmtage in diesem Jahr erst zum Abschluss entdecken: Es gibt noch Gelegenheit, neue Eindrücke mitzunehmen und das Festival mit einem besonderen Filmerlebnis ausklingen zu lassen.
Wir freuen uns, wenn Sie dabei sind – und die Jüdischen Filmtage Frankfurt gemeinsam mit uns zu Ende gehen lassen.
- Programm und Karten: hier.

Lesung & Gespräch mit Anna Schapiro
Fühlen Sie sich wie Zu Hause, aber vergessen Sie dabei nicht, dass Sie zu Gast sind
Wenn ich ein Container der Geschichten sein sollte, dann sicherlich einer voller Risse.
Als ihre Familie aus der zerfallenden Sowjetunion nach Deutschland zieht, ist Anna ein kleines Kind. Sie zählen zu den sogenannten ›Kontingentflüchtlingen‹. »Wir sind hierhergekommen, da die Deutschen etwas Furchtbares gemacht haben mit den Juden, was sie jetzt bereuen«, wird ihr von den Eltern erklärt. Auf der Beerdigung ihrer legendären Großmutter Sweety beschließt Anna Jahre später, sich auf die Suche nach den unerzählten Geschichten ihrer Familie zu machen. Mit einem Aufnahmegerät im Gepäck reist sie nach New York und Boston, nach Arad und Haifa und besucht entfernte Verwandte, Studienkollegen und Freundinnen der Großeltern.
Fühlen Sie sich wie zu Hause, aber vergessen Sie dabei nicht, dass Sie zu Gast sind, der Debütroman der bildenden Künstlerin Anna Schapiro, verbindet Familienchronik, Oral History und poetische Reflexion miteinander. Mit ungeheurem sprachlichen Feingefühl wird hier Alltägliches mit Historischem verwoben und am Ende entsteht das Mosaik einer sowjetisch-jüdischen Geschichte des 20. Jahrhunderts.
Moderation: Christian Dinger, Hessisches Literaturforum im Mousonturm e.V.
Anna Schapiro, 1988 in Moskau geboren, kam 1992 mit ihren Eltern nach Deutschland. Sie studierte Bildende Kunst in Dresden und Jewish Studies in Stockholm. Arbeits- und Stipendienaufenthalte brachten sie u.a. nach New York, Warschau, London, Mexiko. Sie stellt international aus und lehrt an verschiedenen Universitäten und Hochschulen. Schapiro war Co-Kuratorin der Ausstellung Klassenfragen – Kunst und ihre Produktionsbedingungen (2022) in der Berlinischen Galerie sowie Gründerin und Mitherausgeberin des Magazins Jalta – Positionen zur jüdischen Gegenwart.
- Die Lesung findet am Mittwoch, den 04. November 2026, um 19:30 Uhr (Einlass: 19:00 Uhr) im Hessischen Literaturforum im Mousonturm e. V.
(Waldschmidtstraße 4, 60316 Frankfurt am Main) statt. - Eintritt: € 12 | € 9 | € 6 (pay as you wish).
- Tickets sind hier erhältlich.
